Jubiläen in Vestenberg

125 Jahre St. Laurentiuskirche am 14.8.

und 550 Jahre Kapelle am 4.9.2016

Am Kirchweihsonntag, 14. August 2016, feiert die Kirchengemeinde Vestenberg das Jubiläum "125 Jahre St. Laurentiuskirche". Regionalbischöfin Gisela Bornowski predigt im Kirchweih-Gottesdienst um 10 Uhr. Der bayerische Rundfunküberträgt an diesem Tag in seinem 1. Hörfunkprogramm das „12-Uhr-Läuten“ aus Vestenberg.

Am Sonntag den 4. September2016 begeht die Kirchengemeinde Vestenberg die Feier "550 Jahre Pfarrei und Kapelle" mit einem Gottesdienst auf der Freilichtbühne um 10 Uhr. Dekan Schlicker wird die Predigt halten. Anschließend ist ein gemeinsames Mittagessen. Um 13:30 Uhr hält Kreisheimatpfleger R. Schmidt einen Vortrag. Um 11 und 15 Uhr erklingt festliche Musik.

Hier das Plakat zum Jubiläum

 

Vestenberger Kirchengeschichte

Erstmals erwähnt wird Witrud von Vestenberg im 11. Jahrhundert anlässlich einer Stiftung eines weißen Chorgewandes für das Stift St. Gumbertus in Ansbach, leider aber ohne Angabe eines genauen Jahres. Die erste schriftliche Urkunde stammt aus dem Jahr 1182, hier wird ein Walter von Vestenberg in zwei Urkunden als Zeuge genannt.

Die Herren von Vestenberg haben jedoch bereits Mitte des 13. Jahrhunderts Vestenberg endgültig verlassen und siedeln sich in Großhaslach, später in Rosenberg, Rügland, Burghaslach und Breitenlohe an. Ein Familienzweig geht für einige Zeit nach Frohnberg bei Schwandorf.

In der Burg befand sich sicherlich von Anfang an eine Burgkapelle, wie sie auf einer Zeichnung von 1608 gut zu sehen ist (Turm mit Kreuz innerhalb der Burg). Diese Burgkapelle wird noch im 18. Jahrhundert als „katholische Kapelle“ bezeichnet, und es befinden sich bis zuletzt etliche Bänke, Heiligenbilder und Figuren darin.

Bereits im Jahr 1465 bekam Konrad von Eyb die Erlaubnis eine „Ewige Messe“ zu stiften, dazu eine Kapelle außerhalb der Burg zu erbauen und einen Pfarrer einzustellen. Im Salbuch von 1460 sind die Pflichten des Pfarrers und die Gottesdienste, die er abzuhalten hatte genau aufgeführt. Die Kapelle wurde erbaut, damit die Dorfbewohner nicht mehr die Kapelle in der „Privatburg“ derer von Eyb betreten mussten. Sie konnten nun unabhängig von den Toröffnungszeiten das Kirchlein besuchen. In der Kapelle ließen sich die Herren von Eyb außerdem eine Gruft anlegen, die sich unter dem ehemaligen Altarraum befindet und heute noch einige Särge beherbergt. Eine eigene Pfarrei entwickelte sich ab 1578; einen eigenen Friedhof gab es jedoch erst 1732. Vorher wurden die Vestenberger Toten in Großhaslach begraben. Das Kirchlein wurde zuletzt im Jahr 1829 im Innern umgebaut: Der steinerne Chorbogen wurde entfernt und die Kanzel versetzt, um mehr Platz für die Gottesdienstbesucher zu schaffen.

Nachdem 1891 die neue Kirche gebaut war, wurde in der alten Kapelle 1893 ein zusätzlicher Schulsaal zum bereits bestehenden Schulhaus eingerichtet. Unterricht fand dort bis zum Schulhausneubau 1963 (jetzt Schützenheim) statt. 1991 wurde die Kapelle renoviert und zum Gemeindehaus umgebaut, das von Gruppen, Kreisen, dem Posaunenchor und als „Winterkirche“ gern genutzt wird.

Der Wunsch nach einer neuen, größeren Kirche wurde bereits im Jahr 1822 laut; er konnte damals aber noch nicht verwirklicht werden. Erst nach langen Verhandlungen erfolgte 1873 die Eingabe zur Planung einer neuen Kirche. Der Bauplatz für den Kirchenneubau wurde auf dem alten Burghügel gefunden, der in Staatsbesitz war und somit kostenlos zur Verfügung stand. Konkrete Planungen erfolgten im Jahr 1885.

Der damals noch vorhandene Burggraben im Südosten und Süden wurde aufgefüllt, und der Spatenstich zum Neubau und Grundsteinlegung erfolgten im Jahr 1888. Die Fertigstellung der Kirche wurde 1891 gefeiert. Erst 1968 fand eine größere Renovierung mit Umbau statt; dabei wurde der bis dahin um zwei Stufen erhöhte Chorraum auf die Höhe des Kirchenschiffes abgesenkt. Das Kirchendach erhielt neue Dachziegel. Die Kanzelfuß wurde gekürzt und etwas niedriger gemacht, sowie der Kanzelaufgang von der Sakristei geschlossen.

Beschreibung der jetzigen Kirche:

Die Kirchenbänke wurden von Schreinermeister Georg Wimmer in Külbingen 1891 gefertigt,

Altar und Kanzel von Leonhard Vogt, Memmingen 1891, die Glasfenster im Chorraum von Dr. H. Oidtmann u. Co. in Linnich 1891.

Der jetzige Taufstein stammt aus Ehingen am Hesselberg, wo er von 1897 bis 1948 seinen Dienst tat. Seit 1968 steht er in der Vestenberger Kirche.

Der hölzerne Kronleuchter wurde 1968 angeschafft.

Die einmanualige Orgel, opus 440 mit 9 Registern, 1891 von Steinmeyer aus Öttingen gebaut, wurde im Jahr 2008 renoviert.

Die große Glocke, 1891 von Heller, in Rothenburg gegossen, hat die  Aufschrift „Ehre sei Gott in der Höhe“

Die mittlere Glocke goss 1951 Schilling, Heidelberg  mit der Aufschrift „Friede auf Erden“,

die kleine Glocke von 1953 stammt ebenfalls von Schilling, Heidelberg; sie hat die Aufschrift „den Menschen ein Wohlgefallen“

Im ersten Weltkrieg mussten 1917 die kleine Glocke von 1819, die noch aus der alten Kirche stammte, und die mittlere von 1891 für Kriegszwecke abgeliefert werden. Die beiden im Jahr 1922 als Ersatz angeschafften Glocken wurden bereits im Jahr 1942 erneut für den Krieg abgeholt.

Im Turmerdgeschoss befinden sich zwei Epitaphe von Ehefrauen der Herren von Eyb.

Vorne im Kirchenschiff links neben dem Altarraum befindet sich das Bild des Auferstandenen Christus als Rest eines Epitaphes für Anna von Wirsberg + 1557, die erste Ehefrau des Asmus von Eyb. Dieses Bildwar das Altarbild in der alten Kirche von 1829-1891.

Außen an der Kirche, an der Ostseite der Sakristei: Grabstein für Johann Friedrich von Eyb + 1687. Eshandelt sich wahrscheinlich um ein früh verstorbenes Kind, da sonst nichts von ihm bekannt ist. Im selben Jahr 1687 starb mit Siegmund Ludwig von Vestenberg in Burghaslach die Familie der Herren von Vestenberg aus.

Im Vorraum der Friedhofshalle befinden sich die Reste eines schlecht erhaltenen Sandsteinepitaphs für Georg Friedrich von Eyb zu Vestenberg * 1563 + 1620

Bereits im Jahr 1520 - drei Jahre nach dem Thesenanschlag! - wurde in Vestenberg und Kleinhaslach die „Neue Lehre“, das Evangelium im Sinne Dr. Martin Luthers, in deutscher Sprache verkündet. Es kamen sehr viele Zuhörer - und so hatte die Reformation in Mittelfranken auch auf dem Land Fuß gefasst.

Zur derzeitigen Kirchengemeinde gehören Vestenberg, Adelmannssitz, Frohnhof und seit dem 10. April 1809 auch Külbingen, das vorher nach Sachsen gepfarrt war.

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