Katharina Luther

Fernsehfilm am Mittwoch, 22. Februar 2017 um 20:15 Uhr im Ersten (ARD)Katharina Luther Film

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist von dem Film sehr angetan: „Toll, wie Hauptdarstellerin Karoline Schuch die Katharina spielt. Mit Devid Striesow (als Martin Luther) und Mala Emde (Katharinas Nonnengefährtin Eva von Schönfeld) sind auch weitere Rollen hervorragend besetzt. Ich freue mich schon auf die Ausstrahlung dieses Films in der ARD.“

Anschließend gibt es eine 30-minütige Dokumentation über Luther und die Frauen.

Als Kind im Kloster Nimbschen (Sachsen) abgegeben, lebt Katharina von Bora das für sie bestimmte Leben als Nonne, bis sie mit Anfang 20 durch die Schriften Martin Luthers, die dort heimlich kursieren, mit einer völlig neuen Gedankenwelt in Berührung kommt. Wenn es wahr ist, was Luther schreibt, dass das Verhältnis des Menschen zu Gott allein von Gott bestimmt wird und nicht von den guten Werken der Gläubigen abhängt – was hält sie dann noch hinter den Klostermauern? Katharina wagt den Schritt ins Ungewisse und flieht mit einigen ihrer Mitschwestern auf der Suche nach einem neuen Leben. Als die junge Frau ohne rechtliche Stellung, ohne Einkommen und von ihrer Familie verstoßen, im Hause von Lucas Cranach in Wittenberg unterkommt, begegnet sie dort Martin Luther persönlich. Katharina erlebt ihn als einen völlig anderen als den „Hier-steheich-und-kann-nicht-anders“-Kämpfer: verletzlich, krank, voller Zweifel und bis zur Erschöpfung arbeitswütig.

Sie verliebt sich in den mit dem Kirchenbann belegten und von seiner Mission beseelten Reformator. Als seine Ehefrau beginnt sie ein neues Leben, entwickelt sich zur angesehenen Wirtschafterin, zur gleichberechtigten Gesprächspartnerin Luthers und Mutter ihrer gemeinsamen Kinder. Doch mit dem frühen Tod ihrer Tochter fallen sie und Luther in eine tiefe Trauer, in der alte Ängste und Zweifel die Eheleute einholen und voneinander abschotten. Erst als Katharina wieder neuen Lebensmut gewinnt, findet sie zurück zu ihrem Leben.

Zum Film "Katharina Luther"

Prof. Dr. Karola Wille, Intendantin des MDR

Zum 500. Mal jährt sich 2017 der Beginn der Reformation, der Rebellion gegen Papst und Kaiser. Als Martin Luther 1517 in Wittenberg seine berühmten Thesen veröffentlichte, ahnte er noch nicht, welche Sprengkraft sich aus diesem Ereignis entwickeln würde. Die von ihm eingeleitete Reformationsbewegung fiel in eine Zeit fundamentaler Veränderungen, die sich wechselseitig verstärkten: Die Entdeckung Amerikas und die erste Weltumsegelung widerlegten die alten Vorstellungen von der Welt als einer Scheibe, die Erkenntnisse von Kopernikus erschütterten das geozentrische Denken und der Buchdruck beschleunigte die Verbreitung neuer Ideen auf bislang unbekannte Weise.

Mitteldeutschland ist das einstige Kernland der Reformation: Neben Wittenberg sind die Wartburg, Erfurt oder Torgau bedeutsame historische Orte mit unmittelbarem Bezug zu Luther. Und so freue ich mich, dass der MDR gemeinsam mit der ARD Degeto, dem BR und dem SWR mit „Katharina Luther“ einen wichtigen Beitrag zum Reformationsjubiläum in der ARD leistet. Dabei haben wir eine ungewöhnliche Perspektive gewählt, um die Geschichte neu zu erzählen. Denn 500 Jahre sind lange her. Vieles von damals ist uns heute fern und fremd.

Der Wandel jedoch, den die Reformation in Gang gebracht hatte, ist auch heute noch zu spüren. Ein Wandel, der nicht nur die Kirche und die Religion betraf, sondern auch Politik, Gesellschaft und Kultur – und das weit über den persönlichen Wirkungsraum Luthers hinaus.

Mit „Katharina Luther“ begeben wir uns in diese Umbruchzeit: Der Film lenkt unseren Blick jenseits der bekannten historischen Stationen auf das persönliche Erleben, auf die Hoffnungen und die Ängste der Menschen. Im Fokus steht nicht der berühmte Reformator, sondern die Frau an seiner Seite. Anhand der Entwicklung von Katharina von Bora wird exemplarisch der Einfluss Martin Luthers nachvollziehbar: Es sind seine Schriften, die sie als Nonne dazu bewegen, aus dem Kloster zu fliehen. Mit einem neuen, protestantischen Glaubensverständnis geht sie die Ehe mit Luther ein, wird Mutter und Hauswirtschafterin – und begründet so das Modell für das protestantische Pfarrhaus. Wir tauchen ein in das Private, in das Miteinander von Katharina und Martin. Karoline Schuch verleiht ihrer Katharina zugleich fragile Anmut wie auch weibliche Autorität. Devid Striesow macht seinen Luther als Menschen nahbar, zeigt uns auch dessen Schattenseiten. Die Regisseurin Julia von Heinz und ihre kongeniale Kamerafrau Daniela Knapp haben aus dem starken Drehbuch von Christian Schnalke ein intensives und emotionales Porträt einer Frau der Reformation entstehen lassen, die mit ihrer Tatkraft und ihrem tiefen Glauben an das Leben auch heute beeindruckt.

Luther und die Frauen

Dokumentation im Anschluss an den Fernsehfilm „Katharina Luther“

Es ist ein Skandal, der seinesgleichen sucht. Eine entlaufene Nonne heiratet einen Mönch. Nicht nur durch seine 95 Thesen, auch durch seine Heirat mit Katharina von Bora bringt Martin Luther ein jahrhundertealtes gesellschaftliches Gefüge zum Einsturz. Aus Katharina von Bora wird Katharina Luther – die Hochzeit mit dem Reformator macht die ehemalige Nonne zur vielleicht prominentesten Frau des 16. Jahrhunderts. Kaum jemand hat so polarisiert wie Katharina: Geliebt und als Vorbild verehrt von den einen, verachtet und als Geschöpf der Hölle verteufelt von den anderen.

Der Fernsehfilm „Katharina Luther“ zeigt eindrucksvoll, wie Katharina von Bora von der entlaufenen Nonne zur erfolgreichen Geschäftsfrau und geachteten Ehefrau Martin Luthers wird. Der Weg dahin ist mehr als mühsam – aber ist er am Ende auch wirklich erfolgreich? Die 30-minütige Dokumentation, die Das Erste im Anschluss an den Fernsehfilm zeigt, geht dieser Frage nach.

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